7. Juli 2016



Am vergangenen Sonntag habe ich zusammen mit meinem Liebsten den Dokumentarfilm ''PEGGY GUGGENHEIM - Ein Leben für die Kunst'' im Kino angeschaut. Auf der Website von Kino-Zeit wurden drei ''Fanpakete'' verlost, eines davon habe ich gewonnen und mich natürlich sehr darüber gefreut. Es bestand aus zwei Kinofreikarten & einem von der Regisseurin signiertem Filmplakat.

Die Signatur von Lisa Immordino Vreeland

Die Basis dieser Dokumentation sind verschwunden geglaubte Tonaufnahmen von Peggy Guggenheim aus den Jahren 1978-1979. Damals wurde die Kunst-Ikone von Jacqueline Bograd Weld interviewt. Diese Aufnahmen sind deshalb so bedeutend, da sie kurz vor ihrem Tod aufgenommen worden sind.
Es kommen aber auch andere Größen der Kunstwelt zu Wort wie etwa Larry Gagosian oder John Richards, der Autor der Picasso-Biografie. Aber auch der Kunsthistoriker Dore Ashton, die New-Museum-Direktorin Lisa Phillips und die Herausgeberin von ,,Art in America'' Lindsay Pollock. Ebenso der Schweizer Kurator für zeitgenössische Kunst Hans Ulrich Obrist & der Schauspieler Robert De Niro erzählt über seine Künstler-Eltern, diese waren mit Peggy befreundet.
Vervollständigt wird dieser Film durch gezeigte Bildwerke & Plastiken von bekannten Künstlern, sowie zahlreichen Videoaufnahmen ihrer Ausstellungen.
Außerdem wird die Lebensgeschichte von Peggy Guggenheim in Bild & Ton charakterisiert. 
Dieses äußerst interessante Portrait über eine der schillernsten Persönlichkeiten der Kunstszene, wurde von der Regisseurin Lisa Immordino Vreeland 2014 dokumentiert. Der Kinostart war der 5. Mai 2016, zu sehen in ausgewählten Kinos in ganz Deutschland. Wir haben uns den Film im Lichtburg-Kino angesehen - hier geht's zum LICHTBURG FILMPALAST. 



Ihre Biografie:

Peggy Guggenheim (Marguerite Guggenheim, geb. 26. August 1898 in New York - gestorben 23. Dezember 1979 in Italien) wurde in eine der einflussreichsten Industriefamilien hineingeboren - den Guggenheims. Sie hatte zwei Schwestern, ihre Eltern waren Benjamin Guggenheim & Florette Seligman. Nicht nur sie führte später ein mehr als exzentrisches Leben, auch ihrer Mutter Florette wurde dies nachgesagt. Sie soll zum Beispiel drei Uhren & mehrere Pelzmäntel auf einmal getragen haben.

1912 ereignete sich im Leben der jungen Peggy der erste tragische Schicksalsschlag, ihr Vater Benjamin kam beim Untergang der legendären Titanic ums Leben. Nach ihrem 18. Lebensjahres erhielt sie die Erbschaft ihrer Eltern (ca. 450.000 Dollar). So konnte sie unabhängiger sein & ihr eigenes Leben führen. 

1920 trat sie ein Volontariat in der New Yorker Buchhandlung ''Sunwise Turn'' an und lernte so einige Künstler kennen. Noch im selben Jahr fasste sie den Entschluss sich einer plastischen Operation an ihrer Nase zu unterziehen, da sie immer schon mit ihrem Aussehen unzufrieden war und dies ändern wollte. Der Eingriff wurde allerdings frühzeitig abgebrochen, die Schmerzen waren für sie nicht mehr zu ertragen.

1921 war ein wichtiges Jahr für Peggy, sie zog nach Paris und lernte dort weitere Kunstschaffende kennen, die wenig später zu ihren Freunden wurden. Wie die Schriftstellerin Djuna Barnes (1892-1982), den Maler & Fotografen Man Ray (1890-1976), der zu den wichtigsten Künstlern des Dadaismus und Surrealismus zählt. 

Dadaismus:
Der Dadaismus auch Dada genannt war eine künstlerische & literarische Bewegung die 1916 ihren Ursprung fand. 

Surrealismus:
Der Surrealismus war zuerst eine geistige Bewegung die sich seit den 20er Jahren gegen die traditionellen Normen richtete. Ihren Ausdruck fand sie besonders in der Kunst. Es wurden phantastische Traumwelten kreiert & die Realität auf den Kopf gestellt. 

1922 heiratete Peggy Guggenheim den französischen Bildhauer & Maler Laurence Vail (1881-1968), von dem sie zwei Kinder Michael Sindbad & Pageen bekam. Später begann ihre Tochter Selbstmord, sie soll Depressionen gehabt haben. Nach einigen Jahren ließen Peggy und Laurence sich allerdings wieder scheiden und sie kam mit dem Schriftsteller John Holms zusammen, dieser verstarb aber nach kurzer Zeit 1934 an den Folgen seines hohen Alhoholkonsums.

1937 begann sie Kunstwerke von späteren Meistern wie Marc Chagall (1887-1985), dem Surrealisten Salvador Dali (1904-1989), dem spanischen Maler Pablo Picasso (1881-1973) aber auch des Malers & Konzeptkünstlers Marcel Duchamp (1887-1968) zu erwerben. Duchamps bekanntestes Bild ist wohl die Mona Lisa mit ''Schnauzbart''.

1938 eröffnete Peggy ihre eigene Galerie ''Guggeneheim Jeune'' in London, die Werke des Malers & Regisseurs Jean Cocteau (1889-1963) wurden Teil ihrer ersten Ausstellung. Marcel Duchamp wurde nicht nur ihr enger Berater in Sachen Galerieeröffnung, er wurde auch ihr Wegbegleiter. Noch im selben Jahr folgten eine Kadinsky-Ausstellung & sie stellte Bilder des surrealistischen Malers Yves Tanguy (1900-1955) aus. 

1939 wurde die Guggenheim Jeune- Galerie in Großbritannien auch schon wieder geschlossen und Peggy Guggenheim kehrte in die Stadt der Liebe, nach Paris zurück. Und auch ihre Liebe zur Kunst war weiterhin ungebrochen. So sammelte sie in den kommenden Jahren viele Gemälde & Skulpturen von unterscheidlichen Künstlern.

1940 der zweite Weltkrieg (1939-1945) war in vollem Gange und viele Künstler hatten bereits Frankreich verlassen. Peggy half einigen Flüchtlingen bei ihrer Ausreise und unterstützte sie zum Beispiel mit finanziellen Mitteln.

1941 in diesem Jahr musste Peggy Guggenheim selbst das französische Land verlassen, da sie jüdischer Abstammung war. Zusammen mit dem befreundeten Maler Max Ernst (1891-1976) floh sie mit ihrer Kunstsammlung nach Amerika. Die Kunst von Max Ernst wurde als sogenannte ''Entartete Kunst'' eingestuft d. h. sie entsprach nicht der ''Kunstauffassung'' der Nationalsozialisten und sollte verboten werden. Gegen Ende des Jahres heiratete sie den Bildhauer in ihrer neuen Heimat New York.

1942 eröffnete die Kunstsammlerin das Museum/Galerie ''Art of this Century'' in Manhattan, dort förderte sie u. a. auch junge amerikanische Kunstschöpfer wie Jackson Pollock (1912-1956). Und beeinflusste so maßgeblich eine neue Kunstform - der Abstrakte Expressionismus. Kunst sollte ohne starre Formen und bestimmte Einschränkungen dargestellt werden. Jackson Pollock war Mitbegründer des ''Action Paintings'', er entwickelte so die ''Dripping Technik''. Die Farbe wurde unregelmäßig aufgetragen und seine Bilder bestanden aus vielen überlagerten Farbspritzern & bunten Zufallsformen.
Es wurden 68 bedeutende Künstler mit 171 Bildwerken ausgestellt. Das Museum hatte insgesamt drei große Räume - kubistische, abstrakte, surreale & kinetische Kunst, sowie allerlei Skulpturen waren dort vertreten. Auch der Aufbau der Ausstellungsräume bzw. die Präsentation war erfrischend anders. Gemälde schienen regelrecht zu schweben, wurden aus besonderen Perspektiven belauchtet & die Bilder waren beweglich an einer Art von Schnüren montiert.

1947 nach fünf turbulenten Jahren mit vielen aufregenden Austellungen ging für Peggy Guggenheim wieder einmal eine Ära zu Ende. Sie wollte nach Europa zurück kehren. Ihr neuer Wohn- und Arbeitssitz sollte Venedig werden, sie war fasziniert von all den Gewässern in der Lagunenstadt.

1948 erhielt sie nicht nur eine Einladung ihre gesammelten Werke auf der ''Biennale die Venezia'' - der internationalen Kunstaustellung in Venedig auszustellen, sie erwarb ebenfalls den historischen ''Palazzo Venier dei Leoni'' aus dem 18. Jahrhundert. Es wurde ihre neue Wohnstätte, in der sie ihre zusammen getragene Kunst nun der Öffentlichkeit in privater Atmosphäre zugänglich machte.

1960 die überarbeitete Autobiografie von Peggy Guggenheim erschien, die erste Version wurde bereits 1946 veröffentlicht ''Out of this Century''

1965 stelle die londoner Tate Gallery den größten Teil ihrer Sammlung aus und veranstaltete für sie ein edles Festbankett.

1979 starb Peggy Guggenheim - die Sammlerin moderner Kunst, die Frau die ihrer Zeit weit voraus war, mit all ihren Liebschaften & den alltäglichen Hürden die sie überwinden musste in einer damaligen von Männern dominierten Kunstwelt. Sie verlor ihr Ziel nie aus den Augen, auch wenn sie immer wieder neue Anfänge gewagt hat. Die Frau, die gerne Gastgeberin war aber selbst ungern im Mittelpunkt stand, denn sie führte ein Leben für die Kunst.  

Mich beeindruckt es wirklich sehr, sein Leben voll & ganz der Kunst zu widmen.

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